Geschichte des organisierten Liberalismus in Deutschland

18. Mai 1848

Die Nationalversammlung tritt in der Paulskirche in Frankfurt am Main erstmals zusammen. Es bilden sich die folgenden liberalen Fraktionen, deren Namen sich auf den üblichen Versammlungsort bezieht: Augsburger Hof, Casino, Landsberg, Pariser Hof, Westendhall und Württemberger Hof.

 

15./16. September 1859

Der Deutsche Nationalverein entsteht in Frankfurt am Main als eine parteiähnliche Organisation aus einem Zusammenschluss von Liberalen und gemäßigten Demokraten und besteht bis 1867.

 

6. Juni 1861

Die Deutsche Fortschrittspartei (DFP) wird von liberalen Abgeordneten im preußischen Abgeordnetenhaus (Fraktion Vincke/Altliberale) als erste deutsche Programmpartei gegründet. Hinzu kommen auch Mitglieder des Deutschen Nationalvereins, die keinem Parlament angehören.

 

1867

Die Nationalliberale Partei (NLP) wird gegründet und besteht bis zum Jahr 1918. Sie geht aus dem rechten Flügel der Deutschen Fortschrittspartei und Teilen des linken Flügels der Deutschen Zentrumspartei hervor. Anlass der Spaltung war die Indemnitätsvorlage des preußischen Ministerpräsidenten Otto von Bismarck.

 

1868

Die Deutsche Volkspartei (DtVP) geht nach dem preußischen Verfassungskonflikt aus dem linken Flügel der Deutschen Fortschrittspartei hervor.

 

1880

Die Liberale Vereinigung geht aus dem linken Flügel der Nationalliberalen Partei hervor und wird daher auch als Sezession bezeichnet.

 

5. März 1884

Die Deutsche Freisinnige Partei entsteht durch die Fusion der Liberalen Vereinigung mit der Deutschen Fortschrittspartei. Die Vereinigung wird auf Parteitagen am 15. und 16. März 1884 von beiden Parteien genehmigt.

 

1893

Aus der Deutschen Freisinnigen Partei gehen die Freisinnige Vereinigung und die Freisinnige Volkspartei hervor. Hintergrund waren unterschiedliche Haltungen gegenüber der Heeresvorlage von Reichskanzler Leo von Caprivi. Die Freisinnige Volkspartei bildet die größere der beiden Parteien. Ihr schließen sich auch die meisten lokalen Vereine an.

 

1896

Der Nationalsoziale Verein wird gegründet. Die Niederlage bei der Reichstagswahl im Jahr 1903 wird zur Auflösung des Vereins führen. Die Mehrheit der Mitglieder werden daraufhin der Freisinnigen Vereinigung beitreten. Lediglich im Großherzogtum Baden werden die Nationalsozialen bis zur Vereinigung der linksliberalen Parteien zur Fortschrittlichen Volkspartei im Jahr 1910 als eigenständige Organisation weiter bestehen.

 

1908

Die Demokratische Vereinigung (DV) wird von ehemaligen Mitgliedern der Freisinnigen Vereinigung gegründet, die der Fraktionsgemeinschaft ihrer Partei mit der Freisinnigen Volkspartei und der Deutschen Volkspartei skeptisch gegenüberstehen und die Beteiligung dieser Fraktionsgemeinschaft am so genannten Bülow-Block, einer Reichstagsmehrheit aus Linksliberalen, Nationalliberalen und Konservativen, strikt verwerfen.

 

6. März 1910

Die linksliberalen Parteien Freisinnige Volkspartei, Freisinnige Vereinigung und Deutsche Volkspartei verbinden sich zur Fortschrittlichen Volkspartei.

 

20.11.1918

Die Deutsche Demokratische Partei (DDP), die an fast allen Reichsregierungen bis 1932 beteiligt sein wird, geht aus der Fortschrittlichen Volkspartei und dem vergleichsweise kleinen „linken“ Flügel der Nationalliberalen Partei hervor.

 

15.12.1918

Nach der Novemberrevolution 1918 zerfiel die Nationalliberale Partei: Ihr linker Flügel schloss sich der Deutschen Demokratischen Partei an und der rechte Flügel der Deutschnationalen Volkspartei (DNVP).

 

Die Mehrheit der Partei benennt diese in Deutsche Volkspartei (DVP) um, die während der Weimarer Republik häufig die Reichsregierung mitbilden wird.

 

25. bis 27. April 1919

Die Jungdemokraten werden auf dem Demokratischen Jugendtag als Reichsbund der Deutschen Demokratischen Jugendvereine und als ein der Deutschen Demokratischen Partei nahe stehender Jugendverband gegründet. 1928 werden sie sich in Reichsbund der Deutschen Jungdemokraten umbenennen. Im Jahr 1947 werden sich die Jungdemokraten unter dem Namen Deutsche Jungdemokraten (DJD) als Jugendverband der FDP neu gründen. Der in der Parteibasis nicht abgesprochene Koalitionswechsel der F.D.P. am 1. Oktober 1982 (Sturz der SPD/FDP-Regierung durch CDU/CSU/FDP) wird das längst erwartete Signal, um sich von der F.D.P. zu trennen. Daraufhin beschließt die Bundeskonferenz der Jungdemokraten (Judos) in Bochum am 27. November 1982 einstimmig die Streichung der F.D.P. als parlamentarischen Ansprechpartner aus der eigenen Satzung.

 

1924

Vertreter des rechten Flügels der Deutschen Volkspartei gründen die Nationalliberale Reichspartei, die sich 1925 der Deutschnationalen Volkspartei anschließen wird.

 

1930

Die Deutsche Demokratische Partei vereinigt sich mit der Volksnationalen Reichsvereinigung zunächst für die Reichstagswahl zur Deutschen Staatspartei (DStP). Das bringt heftige Konflikte innerhalb der Partei mit sich, denn es handelt sich um den politischen Arm des im März 1920 gegründeten konservativ-antisemitischen „Jungdeutschen Ordens“. Nach dieser Fusion treten viele Mitglieder des linken Flügels aus der Partei aus und gründen am 30. November 1930 die weitgehend politisch erfolglose Radikaldemokratische Partei. Der Jungdeutsche Orden löst sich jedoch direkt nach der Reichstagswahl wieder von der Deutsche Demokratische Partei, die sich im November 1930 trotzdem auch formell in Deutsche Staatspartei umbenennt.

 

28. Juni 1933

Die von den Nationalsozialisten erzwungene Selbstauflösung der Deutschen Staatspartei erfolgt.

 

4. Juli 1933

Erst als die Nationalsozialisten dem Vorsitzenden der Deutschen Volkspartei mit persönlichen Folgen gedroht hatten, gibt er den vom Reichsvorstand am 27. Juni 1933 gefassten Selbstauflösungsbeschluss bekannt.

 

1934

Die Robinsohn-Strassmann-Gruppe bildet sich. Bei ihr handelt es sich neben der Gruppe Freies Hamburg um die einzige für längere Zeit (1934 bis 1941) existierende Gruppe des Widerstands gegen den Nationalsozialismus, welche sich auf linksliberale Positionen beruft. Sie hat ihre Zentren in Hamburg und Berlin und besteht aus bis zu 60 Mitgliedern. Die meisten stammen vom linken Flügel der Deutschen Demokratischen Partei und deren Jugendverband.

 

26. Juni 1945

Eine siebenköpfige Gruppe früherer Mitglieder der Deutschen Demokratischen Partei trifft sich, um eine neue „Deutsche Demokratische Partei“ zu gründen. Programm und Zusammensetzung der Parteiführung stehen schnell fest, zunächst wird jedoch sondiert, ob die CDU bereit sei, eine gemeinsame liberale Partei zu bilden. Nachdem dieser Vorstoß an unterschiedlichen Auffassungen zur Trennung von Politik und Religion scheitert, wird die neue Partei unter dem Namen Liberal-Demokratische Partei Deutschlands (LDP) am 5. Juli 1945 mit ihrem Gründungsaufruf an die Öffentlichkeit treten. Sie wendet sich vor allem an ehemalige Mitglieder der Deutschen Demokratischen Partei, der Deutschen Volkspartei und des gemäßigten Flügels der Deutschnationalen Volkspartei in der Weimarer Republik.

 

10. Juli 1945

Die Liberal-Demokratische Partei Deutschlands erhält ihre Lizenzierung durch die Sowjetische Militäradministration (SMAD) unter der Auflage, dem so genannten „Block“ beizutreten.

 

20. September 1945

Die Hamburger Partei Freier Demokraten (PFD) wird als bürgerliche Linkspartei und erste liberale Partei in den Westzonen gegründet. Sie geht aus einer bürgerlich-liberale Widerstandsgruppe in Hamburg hervor, die unter dem Namen Gruppe Q aktiv war. Die Gruppe traf sich zunächst als Herrenrunde getarnt in Hamburger Cafés und sorgte neben dem Informationsaustausch für konkrete Hilfen für bedrohte und verhaftete Freunde. Ende 1933 wurde formal der „Verein der Hafenfreunde e.V.“ gegründet, um die Gruppe besser tarnen zu können. Ebenfalls noch 1933 wurde mit dem Bronzekeller in der Neustadt ein Kabarettlokal geschaffen, das bis 1943 dem Austausch der Regimegegner diente. Es bestand Kontakt zur Robinsohn-Strassmann-Gruppe. In den 1940er Jahren nannte sich der Kreis programmatisch nur noch Freies Hamburg. Am 5. Mai 1945 wurde daraus der Bund Freies Hamburg (BFH). Der Bund verstand sich als überparteiliche Gruppierung, die sich am Aufbau eines demokratischen Deutschlands beteiligen wollte. Bereits am 11. Juni 1945 genehmigte die Militärregierung den Bund Freies Hamburg und erlaubte ihm in internen Zirkeln politische Fragen zu diskutieren, was nicht selbstverständlich war, weil an sich den Deutschen noch jedwede politische Betätigung verboten war. Am 16. August 1945 beschloss die Mitgliederversammlung des Bundes Freies Hamburg die Gründung einer liberaldemokratischen Partei.

 

17. März 1947

In Rothenburg ob der Tauber wird die Demokratische Partei Deutschlands (DPD) als gesamtdeutsche Partei gegründet. Aufgrund von Auseinandersetzungen über den politischen Kurs wird sich dieses Projekt jedoch nicht dauerhaft durchsetzen können.

 

11./12. Dezember 1948

Die Freie Demokratische Partei (FDP) wird in Heppenheim an der Bergstraße als ein Zusammenschluss aller 13 liberalen Landesverbände der drei westlichen Besatzungszonen gegründet. Der Name Liberaldemokratische Partei kann sich dabei nicht durchsetzen, der Name Freie Demokratische Partei wird von den Delegierten der Landesverbände mit 64 gegen 25 Stimmen gebilligt.

 

27. Oktober 1951

Um ihre gesamtdeutsche Bedeutung hervorzuheben, kürzt sich die Liberal-Demokratische Partei Deutschlands nicht mehr mit LDP, sondern mit LDPD ab. Diese Änderung wird im Februar 1990 rückgängig gemacht werden.

 

1956

Nachdem die FDP die Koalition mit der CDU in Nordrhein-Westfalen verlassen und mit SPD und Deutscher Zentrumspartei eine neue Landesregierung gebildet hat, treten insgesamt 16 Bundestagsabgeordnete, darunter die vier Bundesminister, aus der FDP aus und gründen die Freie Volkspartei (FVP), die dann bis zum Ende der Legislaturperiode anstelle der FDP an der Bundesregierung beteiligt sein wird. Die FDP ging damit erstmals in die Opposition. Anfang 1957 wird die Freie Volkspartei mit der Deutschen Partei (DP) fusionieren. Lediglich der Berliner Landesverband wird sich der Fusion nicht anschließen und unter dem Namen Freie Deutsche Volkspartei 1957 mit einem vom Berliner Abgeordnetenhaus gewählten Abgeordneten in den Bundestag einziehen.

 

18. November 1968

Das Präsidium der FDP beschließt die Abkürzungsbuchstaben der Freien Demokratischen Partei durch so genannte „werbliche Stopper“, die Pünktchen, zu trennen. Sie werden ab dem darauffolgenden Bundestagswahlkampf im Jahr 1969 verwendet.

 

17. Juni 1970

Die Nationalliberale Aktion (NLA) geht aus dem „Hohensyburger Kreis“ hervor, in dem sich F.D.P.-Mitglieder sammelten, die dem rechten Parteiflügel zuzurechnen waren und die sozialliberale Koalition, zu der sich die Liberalen 1969 bereit fanden, vehement ablehnten. Als Konsequenz aus dem Scheitern der Nationalliberalen Aktion bei verschiedenen Wahlen wird bereits im Sommer 1971 eine neue nationalliberale Partei, die Deutsche Union, gegründet. Ab November 1974 rutscht sie in die parteipolitische Bedeutungslosigkeit ab.

 

1. November 1980

Die Jungen Liberalen (JuLis) werden gegründet. Seit Beginn der 1970er Jahre gab es junge F.D.P.-Mitglieder, die mit der Politik der F.D.P.-Jugendorganisation Jungdemokraten (Judos) nicht einverstanden waren. Während sich die Jungdemokraten inzwischen als Teil der Außerparlamentarischen Opposition betrachten und den linksliberalen Flügel innerhalb der F.D.P. unterstützen, tendieren die Gründer der Jungen Liberalen mehr zum dem klassischen Liberalismus zuneigenden Flügel. Nach der Wende in Bonn im Jahr 1982 werden sich die Jungdemokraten endgültig von der F.D.P. trennen. Diese wird daraufhin 1983 die Jungen Liberalen zu ihrer neuen Jugendorganisation erklären.

 

28. November 1982

Als die sozialliberale Koalition in Bonn auseinander bricht, treten sozialliberal orientierte Mitglieder aus der FDP aus. Einige von ihnen gründen in Bochum die Liberalen Demokraten (LD).

 

25. November 1989

Ein Aufruf zur Gründung der Freien Demokratischen Partei der DDR (F.D.P. der DDR) erfolgt in Berlin. Die Partei soll eine Alternative zur Blockpartei Liberal-Demokratische Partei Deutschlands werden. Am 4. Februar 1990 wird die F.D.P. der DDR offiziell gegründet.

 

27. Januar 1990

Die Deutsche Forumpartei (DFP) wird als Abspaltung vom Neuen Forum, einer der DDR-Bürgerbewegungen der Wendezeit, in Karl-Marx-Stadt (Chemnitz) gegründet.

 

12. Februar 1990

Der Bund Freier Demokraten (BFD) entsteht als Wahlbündnis liberaler Parteien in der DDR im Vorfeld der ersten freien Volkskammerwahl. Mitgliedsparteien sind die ehemalige Blockpartei Liberal-Demokratische Partei Deutschlands, die Deutsche Forumpartei und die F.D.P. der DDR. Während des Wahlkampfs wird der Bund Freier Demokraten von der westdeutschen F.D.P. unterstützt.

 

27. März 1990

Die ehemaligen Blockparteien der DDR, Liberal-Demokratische Partei Deutschlands und National-Demokratische Partei Deutschlands (NDPD), schließen sich als Partei zu dem Bund Freier Demokraten zusammen; die Deutsche Forumpartei und die F.D.P. der DDR existieren als eigenständige Parteien weiter.

 

11. August 1990

In Hannover schließen sich der Bund Freier Demokraten, die Deutsche Forumpartei und die F.D.P. der DDR mit den westdeutschen Liberalen zur gesamtdeutschen F.D.P. zusammen.

 

1994

Als ablehnende Reaktion auf den Maastrichter Vertrag wird der Bund freier Bürger (BFB) gegründet. 1998 geht die 1995 gegründete (Liberale) Offensive für Deutschland – ein loser Zusammenschluss von FDP-Mitgliedern – in der Partei auf, die daraufhin ihren Namen erweitert. Der Bund freier Bürger – Offensive für Deutschland (Kurzbezeichnung: BFB – Die Offensive) existiert bis ins Jahr 2000.

 

6. Mai 2001

Nach über drei Jahrzehnten trennt sich die F.D.P. auf ihrem 52. Bundesparteitag in Düsseldorf vom „Pünktchen-Logo“, weil die Punkte nicht im Internet verwendet werden können und das Internet beim Wahlkampf im Jahr 2002 ein Schlüsselmedium sein soll.

 

2004

In Königstein/Taunus gründet sich eine Kleinpartei mit dem Namen Deutsche Demokratische Partei, die den Anspruch erhebt, sich in die Tradition der Weimarer Deutsche Demokratische Partei zu stellen. Sie gibt an, linksliberale Positionen zu vertreten. Die Partei unterhält die Landesverbände Bayern, Berlin, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz. Bisher hat sie noch an keiner Wahl teilgenommen.

 

10. September 2006

Die Piratenpartei Deutschland (PIRATEN) wird in Berlin gegründet. Sie versteht sich in Anlehnung an die schwedische Piratpartiet als Partei der Informationsgesellschaft. Sie ist Teil der internationalen Bewegung der Piratenparteien und wird Mitglied der Pirate Parties International. Sie sieht sich als sozial-liberale Grundrechtspartei, die sich unter anderem für politische Transparenz einsetzen will. Der Namensbestandteil „Piraten“ spielt – im Sinne eines Geusenwortes – auf die Publicitykampagne von Musik- und Filmindustrieverbänden an, Verstöße gegen Urheberrechtsgesetze „Raubkopien“ (englisch Piracy) zu nennen. Die Jungen Piraten (kurz JuPis) bilden den Jugendverband der Piratenpartei. Der Verein wird am 18. April 2009 in Wiesbaden gegründet. Bei der Wahl zum Abgeordnetenhaus von Berlin am 18. September 2011 wird es der Piratenpartei mit 8,9 Prozent der Stimmen gelingen, erstmals in ein Landesparlament einzuziehen.

 

Im Laufe des Jahres 2012 wird sie mehr und mehr von Linksradikalen, die sich selbst als cool progressiv bezeichnen, unterwandert werden.

 

30. Mai 2009

Die Partei der Vernunft (PDV) wird gegründet. Sie steht dem Sozialstaat ablehnend gegenüber und fordert einen Minimalstaat, der durch Dezentralität, Subsidiarität und direkte Demokratie bestimmt wird. Sie orientiert sich wirtschaftspolitisch an den Theorien der Österreichischen Schule der Wirtschaftswissenschaft. Staatliches Handeln soll auf den Schutz des Lebens, der Freiheit und des Eigentums der Bürger beschränkt werden.

 

11. September 2010

Den Medien ist zu entnehmen, daß sich eine FDP-interne Initiative mit dem Namen "Liberaler Aufbruch" gegründet hat. Führendes Gründungsmitglied ist der Bundestagsabgeordnete Frank Schäffler.

 

1. Januar 2012

Der Verein "Liberale Basis" wird gegründet. Aaron König, ehemaliges Mitglied der Partei Die Freiheit und der Piratenpartei, ist in den Vorstand gewählt worden. Er schreibt in seinem Blog zu dem neuen Verein: „Das ist keine neue Partei, sondern ein Political Action Committee mit dem Ziel, für liberale Inhalte und Prinzipien zu werben. Das Label “liberal” hat zwar in Deutschland einen positiven Klang, doch über wirklich liberale Politik, die sich für möglichst wenig Staat und für möglichst viel Eigenverantwortung, Freiheitsrechte und Marktwirtschaft einsetzt, herrscht in diesem Land einige Unkenntnis.“ Die Gründerin des neuen liberalen Vereins ist die Unternehmerin Michaela Merz. Aaron König schreibt über die Ziele des Vereins: „Noch hat Michaela Merz die FDP nicht aufgegeben. Daher ist es ein Ziel der Liberalen Basis, die echten Liberalen in der Partei zu unterstützen, dort mehr innerparteiliche Demokratie einzuführen und aus dem unglaubwürdigen Klientelschutzladen wieder eine echte liberale Kraft zu machen.“

 

15. Dezember 2012

Das Frankfurter Kollegium in der Piratenpartei wird gegründet. Die Idee des Frankfurter Kollegiums entstand im Zuge der Ausprägung von verschiedenen Flügeln innerhalb der am 10. September 2006 gegründeten Piratenpartei im Jahr 2012. Es versteht sich selbst als freiheitlich denkender Verbund aus sozialliberalen Piraten, welche den Verein zur (Weiter)Entwicklung von Positionen für die Piratenpartei im Sinne einer freiheitlichen Bürgerrechtspartei nutzen möchte. Der ehemalige Bundesvorsitzende Sebastian Nerz hat die Piratenpartei mal als sozialliberale Grundrechtspartei, die sich unter anderem für politische Transparenz einsetzen will, gesehen. Sie hat sich aber in Richtung Kollektivismus, Paternalismus und Etatismus entwickelt und kooperiert inzwischen verstärkt mit der SED-Nachfolgepartei Die Linke.

 

15. Februar 2014

Der Verein "Liberale Zukunft Deutschland e. V." wird in Kassel gegründet. Zum Ersten Vorsitzenden wirdee Andreas Bartels gewählt. Zum Zweiten Vorsitzenden und Pressesprecher Andreas Stein, zum Schatzmeister Wolfgang Baumbast. Als Beisitzer werden Dirk Hesse, Karla Karlitta und Andreas Scheiter gewählt. Ebenso in Abwesenheit Christoph Jauch.
Tim Beil als Gründungsmitglied will keine Vereinsfunktion übernehmen, sondern als einfaches, ordentliches Mitglied die "Rolle des Volkes vertreten".

 

1. Mai 2014

In Solingen wird der Verein "Liberale Vereinigung" gegründet. Der Verein versteht sich als Plattform für liberal Gesinnte, unabhängig von ihrer Parteizugehörigkeit. Ziel und Zweck des Vereins ist es, liberale Positionen zu entwickeln, zu fördern und ihnen zur Durchsetzung zu verhelfen. Dabei fühlen sich die Mitglieder des Vereins in besonderer Weise dem liberalen Geist des Grundgesetzes verpflichtet und sehen in Freiheit und Demokratie, Eigenverantwortung und Privateigentum, Rechtsstaatlichkeit und Vertragsfreiheit besondere Stützen einer offenen Gesellschaft. Nicht zuletzt eint sie die Auffassung, dass Staat und Religion strikt zu trennen sind.

 

Zum ersten Vorsitzenden wird der Wirtschaftswissenschaftler Prof. Dr. Alexander Dilger, früherer Landesvorsitzender der Alternative für Deutschland (AfD) in Nordrhein-Westfalen, ohne Gegenstimme gewählt. Als Sitz des Vereins wird München bestimmt. Die Wahl fällt nicht zuletzt auf die bayerische Landeshauptstadt, weil dort ebenfalls die "Stiftung für Freiheit und Vernunft" ansässig ist. Mit dieser wird der Verein eng zusammenarbeiten. Zu den Gründungsmitgliedern des Vereins "Liberale Vereinigung" zählen unter anderem: Prof. Ronald Asch, Wolfgang Baumbast, Prof. Christian Bayer, Dr. Sebastian Becker, Prof. Alexander Dilger, Christoph Dürr, Maria Fischer, Martin Haase, Heinz-Josef Hecker, Dr. Jobst Landgrebe, Marcus Mattheis, Michaela Merz, Dagmar Metzger, Bouchra Nagla, Franz Niggemann, Steffen Schäfer und Hagen Theurich.

 

Mit Interesse wird bei den Vereinsgründern die Entwicklung der neuen liberalen Partei "Neos" in Österreich verfolgt, die bei der Nationalratswahl im vergangenen Herbst aus dem Stand heraus fünf Prozent erreichte. „Neos“ will dem linksliberalen Bürgertum eine Stimme geben und gleichzeitig in der Wirtschaftspolitik Staatsferne demonstrieren. Auch bei der „Liberalen Vereinigung“ wird eine spätere Parteigründung nicht ausgeschlossen.

 

Dagmar Metzger, die eine Kommunikationsagentur in München betreibt, wird eine wichtige Rolle im Hintergrund zugeschrieben. Offiziell sitzt sie als Beisitzerin im Vorstand. Metzger, früher Pressesprecherin der „Alternative für Deutschland“ hat nie ein Geheimnis daraus gemacht, dass sie die konservativen Positionen anderer Parteimitglieder in der Gesellschaftspolitik nicht teilt. Dem ehemaligen FDP-Mitglied werden gute Kontakte zu prominenten Euro-Kritikern innerhalb der FDP rund um den früheren Bundestagsabgeordneten Frank Schäffler nachgesagt.

 

14. September 2014

Die Partei Neue Liberale wird in Hamburg gegründet und ein Gründungsvorstand gewählt. (Die Auswahl der "Gründungsmitglieder" bleibt ein Geheimnis der Initiatoren.) Die Gründung wird von prominenten, vorwiegend ehemaligen Hamburger FDP-Politikern initiiert. Zu den bekannten Initiatoren gehören Sylvia Canel, ehemalige Bundestagsabgeordnete und Ex-Landesvorsitzende der FDP Hamburg, Dieter Biallas, ehemaliger Hamburger Senator, Haug von Kuenheim, ehemaliger stellvertretender Chefredakteur der Wochenzeitung Die Zeit, Najib Karim, ehemaliger Vize-Parteichef der Hamburger FDP und Leiter des Gründungsvorstands. Der Gründungsparteitag findet am 28. September 2014 ebenfalls in Hamburg statt. Anwesend waren rund 150 Mitglieder. Zur ersten Doppelspitze werden Sylvia Canel und Najib Karim gewählt, der sich in einer Stichwahl gegen Hans-Jürgen Lück durchsetzt. Es gab dort Mitglieder aus Sachsen, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Bayern, Brandenburg, Schleswig-Holstein und Berlin. Derzeit hat ein Drittel eine Doppelmitgliedschaft, was laut Satzung zulässig ist. Ein Teil davon ist auch bei der FDP und gut ein Drittel bei den Piraten. Als politischen Gegner sieht die Partei nicht etwa die FDP, sondern vor allem die Alternative für Deutschland (AfD) an. Die Partei tritt zur Bürgerschaftswahl in Hamburg 2015 an und erreicht dort 0,5 Prozent der Stimmen. Zur Bürgerschaftswahl in Bremen 2015 will sie ebenfalls kandidieren.

 

4. Oktober 2014

Die Partei der Humanisten wird gegründet.

 

6. Januar 2015

Der Bundesvorstand der FDP präsentiert auf dem traditionellen Dreikönigstreffen in Stuttgart ein neues Logo und ein neues Erscheinungsbild. Aus der "FDP - Die Liberalen" werden "Freie Demokraten". Der Zusatz "Die Liberalen" war 1976 aufgenommen worden.

 

6. Januar 2015

Die Parteien "Liberale Demokraten - die Sozialliberalen (LD)" und "Neue Liberale (Liberale)" sowie die Verbraucherschutzpartei (VS) geben zum Dreikönigstag, einem Traditionsdatum des Liberalismus in Deutschland, bekannt, daß sie Gespräche über eine künftige Zusammenarbeit aufnehmen wollen. Es sollen gemeinsame politische Grundsätze formuliert und die Möglichkeit eines Zusammenschlusses der drei Parteien besprochen werden. Inhaltlich sollen dabei vorrangig die Themen Soziales, Bürgerrechte, Energie und Umwelt behandelt werden. Die Mitglieder aller drei Parteien können die Gespräche mit einer möglichen Mehrfachmitgliedschaft unterstützen und vernetzen. Über einen Zusammenschluß entscheiden dann die jeweiligen Parteitage.

 

21. Februar 2015

Die beiden Vereine Liberale Vereinigung und Liberale Zukunft beschließen eine Kooperation.

 

21. März 2017

Thomas Küppers, Projektleiter, Vorsitzender Neue Liberale NRW, Benjamin Eidam, Vorsitzender Transhumane Partei, Christian Bethke, Vorsitzender Neue Liberale, Felix Bölter, Vorsitzender Die Humanisten, Bernd Grothkopp, Vorsitzender Liberale Demokraten, Patrick Schiffer, Vorsitzender Piratenpartei Deutschland, und Max Remke, Koordinator des linksliberalen Arbeitskreises YourTurn in der Linksjugend, stellen auf einer Pressekonferenz in Berlin eine "Sozialliberale Erklärung" vor. Aufgrund weitgehender programmatischer Überschneidungen haben sie im November 2016 Gespräche über eine politische Kooperation aufgenommen. Das gemeinsame Anliegen sei es, der bestehenden Zersplitterung sozialliberaler und humanistischer Bewegungen entgegenzutreten und alle Protagonisten der genannten Bewegungen mit der Zielsetzung zu vereinen, eine gemeinsame Politikvision zu entwickeln und den aktuellen politischen Entwicklungen ein zukunftsoptimistisches Gegenbild gegenüberzustellen.