E-Mail vom 5.4.2011

Lieber Herr Dr. Rösler,

 

 

 

mit Interesse habe ich heute die Entscheidungen der Gremien unserer Partei auf Bundesebene und Ihre Entscheidung zur Kenntnis genommen.

 

 

 

Bitte nehmen Sie es mir nicht übel, aber zur Zeit sehe ich Ihrer Kandidatur um und Ihrer möglichen Wahl in das Amt des Bundesvorsitzenden der FDP sehr skeptisch entgegen. In der derzeitigen Situation hatte ich mich im Vorfeld sehr deutlich für Frau Sabine Leutheusser-Schnarrenberger ausgesprochen. Das hat weniger mit Ihnen als mit ihr und ihrer Geschichte zu tun - auch und gerade mit ihrem Rücktritt als Bundesministerin der Justiz am 17. Januar 1996.

 

 

 

Ich kann Sie mir (noch) nicht als Vorsitzenden in der Nachfolge von Männern wie Friedrich Naumann, Gustav Stresemann, Theodor Heuss, Thomas Dehler, Erich Mende, Hans-Dietrich Genscher, Otto Graf Lambsdorff und Guido Westerwelle vorstellen. Das mag aber mehr an mir als an Ihnen liegen.

 

 

 

Im Interesse unserer Partei, der ich mich nun seit inzwischen fast 28 Jahren verbunden fühle, und unserer gemeinsamen liberalen Sache hoffe ich deshalb, daß meine Skepsis unbegründet ist, und wünsche ich Ihnen für den Fall Ihrer Wahl zum 13. Vorsitzenden der liberalen Partei Deutschlands alles Gute, sehr viel Erfolg, das nötige Quentchen Glück und eine robuste Gesundheit, aber auch gute Mitarbeiter und Mitstreiter an Ihrer Seite, die Sie unterstützen und auf die Sie sich verlassen können.

 

 

 

Dies gilt aktuell natürlich auch für Ihr Amt als Bundesminister für Gesundheit, das Sie behalten wollen und/oder sollen. Ein Aufgabenbereich, in dem es noch genügend Baustellen gibt, die Sie noch zu bewältigen haben. Da ist (leider) noch viel zu tun und offen - auch und gerade in Sachen Kommunikation! Wie Sie vielleicht noch wissen, befasse ich mich inzwischen seit fast 25 Jahren mit gesundheitspolitischen Themen und seit fast 19 Jahren mit Öffentlichkeitsarbeit/Kommunikation. Sie werden daher verstehen, daß ich Ihre Aktivitäten auf diesen Gebieten sehr aufmerksam verfolge.

 

 

 

Sehr gern stehe ich Ihnen nach wie vor konstruktiv-kritisch mit Rat und auch Tat zur Verfügung. Ich werde mir auch weiterhin erlauben, mich hin und wieder unaufgefordert zu Wort zu melden.

 

 

 

Mit freundlich-liberalen Grüßen nach Berlin und Hannover und den besten Wünschen für Sie und Ihre Familie

 

Ihr Wolfgang Gerstenhöfer
 

 

 

 

Die Idee, daß Sie das Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie von Rainer Brüderle und Daniel Bahr das Bundesministerium für Gesundheit von Ihnen übernimmt, hatte mir durchaus gut gefallen - übrigens unabhängig von dem Thema Parteivorsitz. Was nicht ist, kann ja noch werden.

E-Mail vom 3.4.2011

Liebe Frau Leutheusser-Schnarrenberger,
 
Ihre Kandidatur und Ihre Wahl zur Vorsitzenden der FDP würde ich in der derzeitigen Situation sehr begrüßen. Sie stehen mit ihrer Geschichte für eine durch und durch liberale und glaubwürdige FDP. Und das ist das, was wir jetzt brauchen. Der Generationenwechsel steht nun nicht im Vordergrund.
 
Generalsekretär sollte in jedem Fall Christian Lindner bleiben. Sie würden sich sehr gut ergänzen. Um das Amt des Vorsitzenden zu übernehmen, braucht er meines Erachtens noch ein paar Jahre Zeit. Diese könnten sie ihm sehr gut verschaffen.
 
Dr. Philipp Rösler, von dem ich auch sehr viel halte, ist (noch) kein Bundesvorsitzender, auch nicht für einen Übergang. Er hat meiner Meinung nach genügend Baustellen als Bundesminister für Gesundheit, die er noch zu bewältigen hat. Da ist (leider) noch sehr viel zu tun und offen!
 
Er und Daniel Bahr sollten sie als Stellvertreter unterstützen. Guido Westerwelle sollte Bundesminister des Auswärtigen, vielleicht auch Vizekanzler bleiben.
 
Ich wünsche Ihnen viel Erfolg und alles Gute und werde Ihnen die Daumen drücken.
 
Mit freundlich-liberalen Grüßen nach Berlin und Tutzing
Ihr Wolfgang Gerstenhöfer

E-Mail vom 2.4.2011

Lieber Guido,
 
auch wenn ich nach wie vor davon überzeugt bin, daß Du einer der besten Vorsitzenden der liberalen Partei Deutschlands bist und daß Du Dir nichts hast zu Schulden kommen lassen - ganz im Gegenteil, so glaube ich inzwischen leider, daß es im Interesse der FDP (und vielleicht auch Deiner Person) wäre, wenn Du sehr zeitnah Deinen Rücktritt vom Amt des Bundesvorsitzenden erklären würdest.
 
Du solltest auf jeden Fall Bundesminister des Auswärtigen, vielleicht auch Vizekanzler bleiben. Außerdem solltest Du Deinen Nachfolger im Amt des Parteivorsitzenden vorschlagen.
 
Optimal wäre aus meiner Sicht Christian Lindner. Er braucht aber meines Erachtens noch ein paar Jahre Zeit. Deshalb halte ich zur Zeit Sabine Leutheusser-Schnarrenberger für die beste Wahl. (Dr. Philipp Rösler, von dem ich auch sehr viel halte, ist (noch) kein Bundesvorsitzender, auch nicht für einen Übergang. Er hat meines Erachtens genügend Baustellen als Bundesminister für Gesundheit, die er noch zu bewältigen hat. Da ist (leider) noch viel zu tun!)
 
Sie sollte dabei von Daniel Bahr, Dr. Philipp Rösler und Christian Lindner als Stellvertreter und Generalsekretär unterstützt werden.
 
Ich wünsche Dir weiterhin so oder so alles Gute und viel Erfolg. Ich sehe Dich in einer Reihe mit Friedrich Naumann, Gustav Stresemann, Theodor Heuss, Thomas Dehler, Erich Mende, Hans-Dietrich Genscher und Otto Graf Lambsdorff.
 
In Gedanken bin ich bei Dir.
 
Beste Grüße
Wolfgang