Beitrag bei Facebook (4.1.2017)

Die Freien Demokraten - allen voran Frau Susanne Schneider (Pharmareferentin), seit den Landtagswahlen 2012 Mitglied im Landtag von Nordrhein-Westfalen und Sprecherin der FDP-Landtagsfraktion für Gesundheit - haben einen neuen Gegner entdeckt*:

 

die Heilpraktiker.

 

War die FDP nicht mal für die freie Wahl unter Therapeuten und Therapien? Was bezweckt die FDP?

 

Vordergründig geht es ihr angeblich um die Sicherheit, um die Gesundheit der Patienten. Das klingt gut.

 

Oder geht es doch mehr darum, das verlorene Klientel der Ärzte zurückzugewinnen und gleichzeitig die Wähler in ihrer Eigenschaft als Patienten anzusprechen? Oder geht es gar nur um die Interessen der pharmazeutischen Industrie?

 

Ein Schelm, wer Böses dabei - bei dem Beruf der Pharmareferentin - denkt ...

 

Will man damit die Tatsache, daß die zwei ersten und einzigen FDP-Bundesgesundheitsminister Dr. Philipp Rösler und Daniel Bahr die einmalige Chance auf eine liberale Gesundheitsreform vertan haben und an ihrem Vorgänger Horst Seehofer ("Lahnstein-Kompromiß") kläglich gescheitert sind, wettmachen?

 

Falls es tatsächlich Defizite bei Ausbildung und/oder Prüfung der Heilpraktiker gibt, dann gilt es, diese zu beheben. Einen ganzen Berufsstand in Mißkredit zu bringen und in Frage zu stellen, mag zu den "neuen" Freien Demokraten passen, liberal ist es sicher nicht.

 

"Wer heilt, hat recht."

 

Selbstverständlich muß die Gesundheit der Menschen im Mittelpunkt stehen, denn dafür ist unser Gesundheitswesen und sind auch die Heilpraktiker da.

Schwarze Schafe gibt es überall - auch beim Berufsstand der Ärzte - trotz eines Hochschulstudiums und des Numerus clausus, über deren Werte man sehr geteilter Meinung sein kann. Das sollte auch der FDP bekannt sein. Da werden gern mal Untersuchungen oder Behandlungen durchgeführt und abgerechnet oder auch nur abgerechnet, die gar nicht medizinisch notwendig waren.

 

Davon betroffen sind vor allem Privatpatienten, bei denen man sich das Geld holt, das man von der gesetzlichen Krankenversicherung nicht mehr bekommt. Dies wurde in den 1990er Jahren sogar vom Deutschen Bundestag unter dem Stichwort Kompensation festgestellt.

 

Wie oft ist es zudem reine Glückssache, an den "richtigen" Arzt und damit an die "richtige" Diagnose und Therapie zu geraten? Ist das der FDP gleichgültig? Sind Sicherheit und Gesundheit der Menschen in diesen Fällen weniger wichtig?

 

Verallgemeinerungen helfen aber niemandem - schon gar nicht den Patienten und auch nicht den Beitragszahlern.

 

Heilpraktiker stellen für mich eine sinnvolle Bereicherung des Angebots an Gesundheitsdienstleistungen, unserer Gesundheitsversorgung dar. Auch liegt der Wettbewerb zwischen Schul- und Natur-, Alternativ- oder Komplementärmedizin und deren gegenseitige Ergänzung nach meiner Überzeugung gerade im Interesse aller Patienten.

 

"Es gibt mehr Dinge zwischen Himmel und Erde, als unsere Schulweisheit sich träumen läßt." und "Der Glaube kann Berge versetzen."

 

Die letzte Entscheidung kann für mich nur beim mündigen Bürger, beim informierten Patienten liegen. Es geht um Vielfalt und Transparenz, um Information und Kooperation - und nicht um Bevormundung und Verdammung.

 

Das ist nicht das Geschäft von Liberalen. Das überlassen sie anderen Ideologen - und jetzt wohl auch den Freien Demokraten.

 

Liberale setzen sich für Freiheit - für Wahl- und Gewerbefreiheit - und Selbstbestimmung ein.

 

 

 

*Nachzulesen unter anderem in der Ausgabe 10 vom 20.12.2016 von Landtag intern.

 

Heilpraktiker